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temporäre licht- und klanginstallation mit m.a. wolfgang aichner

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auftraggeber:

kulturreferat der stadt münchen

 

ort:

isartor, münchen

 

das isartor ist relikt aus einer zeit, als die stadtmauer zwischen aussen und innen, arm und reich, unfrei und frei unterschied. diese ehemalige grenze ist heute bedeutungslos und kaum mehr wahrnehmbar.

um so stärker kommt jetzt der räumliche kontrast zwischen innen- und aussenseite des bauwerkes selbst zur geltung.

seiner ursprünglichen funktion beraubt, steht der bau isoliert und vom grosstadtverkehr umspült. der von einer hohen mauer umschlossene torhof, ein öffentlicher raum mit eigener prägung und seit jahrhunderten prominenter lage, erscheint als vakuum: als sonderbare leere inmitten grosstädtischer dichte.

eine ähnliche empfindung von leere wird vielen immigranten münchens in der stadt allgegenwärtig sein. im kontrast zum dichten und kontaktfreudigen leben vieler aussereuropäischer städte wird ihnen die münchner innenstadt geradezu menschenleer erscheinen.

 

der titel des projektes nimmt bezug auf den “gateway of india“ in bombay, der indiens tor zur welt verkörpert und traditionell neuankömmlinge willkommen heissen soll.

das isartor wird zwischen 9. und 26. november 2000, täglich ab einbruch der dunkelheit bis zum Morgen, als münchens empfangsgebäude in szene gesetzt.

mit blauen flughafen-rollfeldleuchten werden zwei linien durch die torbögen gelegt. zusätzlich wird der torhof mit rotem licht aufgehellt, so dass in der additiven farbmischung ein purpurroter lichtraum entsteht.

 

rollbahnleuchten, wie sie an flughäfen verwendet werden, werden zu zwei sich überschneidenden, geraden linien angeordnet. beide führen vom isartorplatz durch das mitteltor in den torhof, wo sie sich kreuzen, um dann den torhof durch zwei verschiedene tore wieder zu verlassen. der abstand zwischen den einzelnen leuchten verringert sich im verlauf dieser bewegung.

vom isartorplatz aus betrachtet entsteht im bereich vor dem mitteltor das motiv einer übersteigerten perspektive, einer auf einen fluchtpunkt zustrebenden landebahn. diese illusion hat aber keinen bestand, da sich die linien kreuzen – hier kippt das bild und die beiden lichtlinien weisen in unterschiedliche richtungen.

 

fluter hellen den bodenbereich des torhofes purpurrot auf, ohne die blauen leuchten zu dominieren. das rote licht der fluter und das blaue licht der rollbahnleuchten wird von den innenflächen des historischen gebäudes reflektiert und dringt durch die torbögen nach aussen.

 

der titel der Arbeit GATEWAY wird weithin sichtbar an die isarzugewandte seite des mittelturmes projiziert.

 

eine tonaufnahme aus einem indischen markt beschallt über lautsprecher den torhof und füllt die räumliche leere mit akustischer dichte.

 

alle fotos: (c) henning koepke, münchen, www.henningkoepke.de

 
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